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Zwei Weihnachtsgänse
© Alfons Pillach

Es zankte sich ein Gänsepaar
– genau zur Weihnachtszeit –
wer von den beiden schöner war
im Gänsefederkleid.

Wie haben beide kokettiert
in ihren Federleibchen,
wie haben sie herumpoussiert,
das Männchen und das Weibchen.

Doch weil als Gans man Federn lässt,
war’s bald vorbei mit Schwofen:
Man holte sie am Weihnachtsfest
gebraten aus dem Ofen.

© Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit Zustimmung der Rechteinhaber.

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Eva Markert
Ein ganz besonderer Adventskalender
Eine Weihnachtserzählung

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So viel Heimlichkeit
© Olaf Stumpp

 
Refr. 1: So viel steht mal fest, es gibt Weihnachtsstress

Weiße Weihnacht ist ein Hohn,
dank der Schadstoffemission.

Refr. 2: So viel steht mal fest, Weihnachten ist Stress.

Der Weihnachtsbaum, geschmückt von Lisa,
schiefer als der Turm von Pisa.

Mutti zaubert in der Küche
angebrannte Festgerüche.

Paule schreit, schon halb benommen,
Lisa hat viel mehr bekommen!

Papa kann es gar nicht fassen,
wieder Socken, die nicht passen.

Frohes Fest beim Fernsehschauen,
Action satt und nackte Frauen.

Oma nervt wie jedes Jahr,
dass früher alles besser war.

Ein Jahr streng Diät ertragen,
ist umsonst nach diesen Tagen.

Wieder war das Fest ’ne Qual,
freu’n uns schon auf’s nächste Mal.

Refr. 3: Zieht auch Chaos ein, Weihnachten muss sein.

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Das goldene Weihnachtsbuch
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
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Weltbettlerheer
© Alexander Schwarz
 

Von drauß’, von fern, da komm ich her
Und muss euch sagen, die Armut wiegt schwer.
All überall an den trostlosen Plätzen,
Sah ich sie frierend und hungrig sitzen,
Die Augen gerändert, der Atem ging schwer,
Die Hoffnung gestorben, ein Weltbettlerheer.

Einst wohnten sie dort, wo die Armut sie drängte
Und all ihre Wünsche und Träume beschränkte,
Sie hörten Gerüchte und ließen sich blenden,
Die Hoffnung verlangte, das Heim zu verpfänden,
Fabriken genug, um sich dort zu verdingen,
Den Nächsten den Lohn dann nach Hause zu bringen.

So zogen sie aus in die feindliche Welt,
Sie suchten nach Wohlstand und ehrlichem Geld,
So wurde ihr ganzes Leben zur Schicht,
Sie arbeiten hart und sie schonten sich nicht,
Sie zeichneten Dinosaurierschuppen
Und rote Lippen auf blassbleiche Puppen.

In giftigen Dämpfen färbten sie Hosen
Und Kleider, Servietten und künstliche Rosen,
Montierten, verzierten, verklebten Platinen
Und bauten so viele so bunte Maschinen.
Das Leben war hart, der Lohn war stets klein,
So konnte die Ware dann preiswerter sein.

Rasch wurden sie alt und die Arbeit zu schwer,
Die Kräfte versiegten, sie konnten nicht mehr
Und weil ihre Armut die Armen entehrte
Und ihnen somit auch die Heimkehr verwehrte,
Formierte sich das Weltbettlerheer
Und täglich, täglich werden es mehr.

Denn Jahr für Jahr, bei besinnlichen Festen,
Bei erlesenen Speisen und erlesenen Gästen,
Stets ist es Brauch, sich dabei zu beschenken
Und nicht an die Herkunft der Ware zu denken.
So manches Weltbettlerartefakt
Wird dafür liebevoll verpackt.

Von drauß’, von fern, da komm ich her
Und muss euch sagen, die Schuld, sie wiegt schwer.
All überall an den trostlosen Plätzen,
Sah ich die Opfer des Zeitgeistes sitzen
Und täglich, täglich werden es mehr,
Einst wird es kämpfen, das Weltbettlerheer.

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit Zustimmung der Rechteinhaber

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Ein Buchtipp / eBook-Tipp
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten Band 3

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-07-4 (Buch)
ISBN 978-3-939937-71-5 (eBook epub-Format)

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In der Heiligabendnacht
© Alfons Pillach

Draußen fallen kleine Flöckchen
leise auf die Erde nieder,
alle tragen weiße Röckchen,
schweben durch die Weihnachtslieder.

Einsam wohnt in einem Zimmer
eine Mutter mit dem Kind,
ohne Glanz und Weihnachtsschimmer,
weil dafür zu arm sie sind.

Ohne Christbaum in der Ecke,
ohne seiner Lichter Schein,
zugedeckt mit dünner Decke,
schläft der kleine Junge ein.

Dann beginnt des Traumes Reise
durch das Weihnachts-Wunderland,
und dort zieht er seine Kreise
mit dem Christkind an der Hand.

Er bewundert Weihnachtsbäume
und des Christkinds Lockenpracht,
all der vielen Kinder Träume
in der Heiligabendnacht.

Mit dem schönsten Weihnachtsengel
und der Stimmen bestem Chor
bringt das Christkind dann den Bengel
zu des Traumlands Ausgangstor.

Streicht dem Knaben durch die Haare,
sagt ihm leise: Lebe wohl,
bis ich dich im nächsten Jahre
an Weihnachten wieder hol’.

 

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Ein Buchtipp / eBook-Tipp
Weihnachten Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten
und Weihnachtsgedichte

Hrsg. Ronald Henss

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Himmlische Erfindungen
© Sabine Ludwigs
 

Vor einigen Jahren, es ist noch gar nicht so lange her, gab es noch keine Inlineskates, Gameboys, Wasserskier oder Snowboards. Und doch freuten sich die Kinder genauso sehr auf Weihnachten, wie es die Kinder heute tun. Sie schrieben auf ihre Wunschzettel:

Liebes Christkind,
ich bin immer brav gewesen und ich wünsche mir ein Paar Skier!
Oder eine Barbie, Schlittschuhe und manchmal auch einen Schlitten. Es gab viele tolle Spielsachen, da war für jeden das passende Geschenk dabei!

Noch eines war zu jener Zeit nicht anders als heute: Es dauerte immer so lange, bis der Weihnachtsabend endlich da war. Die Kinder warteten damals ebenso ungeduldig auf das Christkind wie in unseren Tagen auch. Aber alles Warten hat irgendwann einmal ein Ende.

Kaum hatte Petrus die Himmelspforte geöffnet, kamen auch schon die Engel herbei. Ihre Wangen waren gerötet vor Aufregung. Einige zogen große Schlitten hinter sich her, die voll beladen waren mit den schönsten Weihnachtspäckchen in allen Farben und Größen.

Der alte Petrus stellte sich vor die Engelsschar und rief: „Ihr Lieben, es ist wieder so weit: der Heilige Abend ist da. Ihr wart sehr fleißig und hattet alles zur rechten Zeit fertig. Ich bin mächtig stolz auf meine Engelchen! Nun aber hinunter mit euch, zu den Menschenkindern. Verteilt eure Gaben sorgfältig! Los geht’s!“

So purzelten die Engelchen lachend durch das Himmelstor nach unten oder rodelten auf ihren Schlitten geschickt über die Wolken zur Erde.

Ein weihnachtlicher Wohlgeruch nach Plätzchen, Kerzen und Weihrauch lag in der Luft. Auch der Duft von Tannen breitete sich aus.

Die Kerzen an den Weihnachtsbäumen brannten, der Engelschor sang „Oh du Fröhliche …“ und Petrus ließ es schneien. Frieden erfüllte die Welt. Das Christkind schaute glücklich dem weihnachtlichen Treiben zu.

Die Kinder konnten vor Aufregung nicht stillsitzen. Sie standen vor den Weihnachtszimmern und lauschten auf das silberne Glöckchen, das mit seinem Läuten verkündete: Kommt herein. Das Christkind war da! Die Engel sputeten sich. Schnell flogen sie von Haus zu Haus und legten Geschenke unter die Weihnachtsbäume.

Endlich, als alle Kinder beschenkt und sämtliche Pakete abgeliefert waren, kehrten die Engel müde zurück in den Himmel. Von ihren Wolkenbetten aus sahen sie gerne noch eine Weile dem bunten Treiben auf der Erde zu. Wie schön die Kinder Weihnachtslieder sangen! Wie eifrig sie ihre Päckchen auspackten, und was für eine Freude überall herrschte!

Überall?

Da weinten doch zwei Kinder!

Petrus holte sein großes Fernrohr hervor und sah zu den beiden hinunter. Dann ging er, so schnell er konnte, in die Engel-Notfallzentrale.

Die Engel Ambriel und Muriel hatten Notdienst und sahen erstaunt auf, als Petrus hereingestürmt kam.

„Wir haben einen Notfall!“, rief Petrus. „Zwei Jungen sitzen unter dem Christbaum und weinen. Und das am Heiligen Abend! Das ist eine Katastrophe.“

„Was ist denn passiert?“, fragte Ambriel verwundert.

„Ich weiß es nicht“, antwortete Petrus aufgebracht. „Die Jungen sagen ja kein Wort, sondern weinen nur. Ich fürchte, einer von euch muss sich auf den Weg machen und nach dem Rechten sehen.“

„Gut“, sagte Muriel. „Ich werde fliegen. Gib mir die Adressen und es kann sofort losgehen.“

Petrus gab ihm zwei große silberne Karten, auf denen stand, wo die Kinder wohnten. Ein Junge lebte in den verschneiten Bergen. Der andere in Florida in Amerika, wo die Leute bei herrlichstem Sonnenwetter Weihnachten feiern. Denn so ist das in Florida: dort scheint immer die Sonne.

Der Engel Muriel packte also die riesige Notfalltasche und flog zuerst nach Florida, zu Tom. Der Junge war nach draußen gegangen und saß vor dem Haus am Strand. Die Tränen strömen über sein Gesicht. Neben ihm lag ein langes Weihnachtspaket. Der Engel flog sacht zum dem Kind.

„Warum weinst du denn am Weihnachtsabend?“, fragte Muriel freundlich.

Tom sah den Engel an und sagte: „Ach, lieber Engel, sieh nur, was das Christkind mir zu Weihnachten geschenkt hat. Bestimmt hat es meinen Wunschzettel nicht bekommen.“

Der Engel Muriel warf einen Blick in das Paket und fand darin ein Paar schöner Skier.

„Gefallen sie dir nicht?“, wollte der Engel verwundert wissen. „Sie sind doch ganz wunderbar!“

Tom zeigte auf den Strand, die Boote und das Wasser. „Sie sind wirklich schön, aber ich lebe am Meer! Hier bei uns schneit es nie, wann soll ich da Ski fahren? Ich hatte mir ein Surfbrett gewünscht. Da muss ein Irrtum passiert sein.“

Muriel versteckte die Skistöcke hinter seinem Rücken. „Nein, das ist kein Irrtum, sondern eine neue Erfindung der Engel. Es sind … Wasserskier“, erklärte er nach kurzem Zögern.

„Wasserskier? Davon habe ich noch nie gehört.“ Tom wischte sich die Tränen ab und fragte neugierig: „Wie funktionieren sie denn?“

Der Engel kramte aus der riesigen Notfalltasche ein langes Seil hervor und verstaute die Skistöcke in der Tasche. „Ganz einfach. Komm mit zum Bootssteg“, sagte Muriel. „Wir leihen uns eines der Motorboote aus.“ Er knotete das eine Ende des Seiles am hinteren Teil eines Bootes fest.

„Zieh die Skier an, drücke die Beine stramm durch und halte dich gut an dem Seil fest. Ich werde jetzt mit dem Boot losfahren und dich auf dem Wasser hinterher ziehen.“

Tom sah den Engel Muriel zweifelnd an.

„Nun mach schon“, drängte der Engel. „Du wirst sehen. Es ist einfach himmlisch. Jawohl!“

Gehorsam zog Tom die Skier an und nahm das andere Ende des Seiles fest in die Hände. Muriel startete das Boot, dann ging es los! Er zog den Jungen über das Wasser, der laut lachend auf seinen Wasserskiern stand. Der Engel hatte ganz recht! Es war so herrlich durch das Mondlicht über das Wasser zu sausen! Tom wollte gar nicht mehr aufhören!

Doch schließlich fuhr der Engel Muriel ans Ufer. Als sie an Land waren, nahm der Junge seine Skier samt Strick und bedankte sich bei dem Engel: „Danke! Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe. Gut, dass du mir gezeigt hast, wie man damit umgeht.“

Der Engel lächelte nur und Tom rannte überglücklich zu seinen Eltern.

„So, das erste Problem ist gelöst“, dachte Muriel. Dann flog er weiter, zum nächsten Notfall.

Der andere Junge, Andreas, wohnte in einem tief verschneiten Bergdorf.

Als der Engel endlich an seinem Haus ankam, stand der Junge schluchzend am Fenster.

Der Engel klopfte behutsam an die Scheibe. Erstaunt öffnete Andreas das Fenster. Muriel fragte freundlich „Warum weinst du am Heiligen Abend?“

„Das Christkind hat mich bestimmt nicht gern! Es hat mir ein ganz falsches Geschenk gebracht. Ich habe mir neue Skier gewünscht. Bekommen habe ich aber ein Surfbrett zum Wellenreiten. Dabei wohne ich in den Bergen, und nicht am Meer“, antwortete Andreas niedergeschlagen.

Muriel sah erst das Surfbrett und dann den Jungen an.

„Hör auf zu weinen. Das ist kein Irrtum, sondern die neueste Erfindung aus der himmlischen Werkstatt. Sie heißt … sie heißt Snowboard. Und jetzt komm heraus, damit ich dir zeigen kann, wie man damit umgeht.“

Anstatt durch die Haustür zu gehen, kletterte Andreas eilig aus dem Fenster. Dann stellte sich der Engel auf das Wellenbrett und Hui! ging es die schneebedeckten Abhänge hinunter. Was machte es für einen Spaß, so über den Schnee zu flitzen! Schnell hatte Muriel herausgefunden, wie er das Brett mit den Beinen lenken konnte. Was für ein Vergnügen!

Schließlich gab er dem Jungen das Snowboard. Andreas hatte gut aufgepasst. Er glitt einen Abhang hinunter, fiel einmal hin, stand wieder auf und fuhr jauchzend weiter!

Zum Schluss holte Muriel ihn vom Schneehang, um ihn heimzuschicken. Andreas bedankte sich bei dem Engel: „Vielen Dank, lieber Engel. Das ist ein wunderbares Geschenk!“

Muriel nickte schmunzelnd: „Schon gut“, sagte er. „Nun geh rein zu deinen Eltern und wärme dich auf.“

Der Junge rannte selig ins Haus.

„So, Auftrag erledigt“, flüsterte Muriel zufrieden vor sich hin. Der Engel griff sich die Notfalltasche, dann flog er direkt zurück in den Himmel.

Dort wartete Petrus schon auf ihn und das Christkind stand neben ihm!

„Was hast du dir dabei gedacht, du Schlingel? Wasserskier! Snowboard! Wer hat je solchen Unsinn gehört, Muriel! Alle Kinder werden die armen Jungen auslachen“, schimpfte Petrus mit erhobenem Zeigefinger.

„Das glaube ich nicht“, widersprach Muriel. „Ich schätze, wir werden nächstes Jahr eine Menge Wunschzettel bekommen, auf denen als sehnlichster Wunsch Wasserskier oder ein Snowboard stehen.“

Der Petrus schüttelte skeptisch den Kopf, aber das Christkind musste lachen. „Komm einmal her, Muriel. Wieso denkst du das“, wollte es wissen.

„Weil es riesigen Spaß macht, damit zu fahren! Es müssen noch ein paar kleine Verbesserungen vorgenommen werden, aber ich wette, wir werden von nun an jedes Jahr Wasserskier und Snowboards verschenken.“

Und obwohl der alte Petrus das nicht glaubte, geschah es genauso, wie der Engel Muriel es vorhergesagt hatte.

Und so ist es bis zum heutigen Tag geblieben.

Was Muriel, der Erfinder der Wasserskier und Snowboards, sich wohl nächstes Jahr ausdenken wird?

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Weihnachten Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte

Herrn Thiesbrummels Weihnachtsbaum
© Patricia Koelle

 

Schnaufend schleppte Hajo seine sperrige Last die Kellertreppe hinauf. Unten war es kühl gewesen. Dankbar streckte er die Arme in die helle Frühlingsluft.

Herr Thiesbrummel eilte aus dem Laden und reichte ihm ein Glas Limonade. „Hier, Junge, haste dir verdient!“

„Schmeckt genau wie früher.“ Ein bisschen zu süß, aber fröhlich und nach Kindheit. Herr Thiesbrummel hatte ihm stets Limonade, einen Lutscher oder ein Würstchen zugesteckt, wann immer Hajo für seine Mutter einkaufen war oder müde von der Schule kam. Ein Jammer, dass es Herrn Thiesbrummels altmodisches Feinkostgeschäft bald nicht mehr geben würde! Aber auch er hatte wohl ein Recht auf einen Lebensabend. Das Rentenalter hatte er schon bei weitem überschritten, und das Rheuma zwickte.

Hajo selbst war inzwischen zweiundzwanzig. „Was machen wir damit?“ Zweifelnd betrachtete er den künstlichen Weihnachtsbaum, den er in einer staubigen Kellerecke gefunden hatte. Seltsamerweise war der gar nicht staubig, sondern leuchtete so maigrün wie die jungen Blätter der Linden.

Herr Thiesbrummel montierte gerade das verschnörkelte Schild über der Tür ab. „Thiesbrummels“ hatte da schlicht gestanden, drei Generationen lang. Aber für alles gab es eine Zeit. Er warf Hajo und dem Weihnachtsbaum einen Seitenblick zu. „Der muss wohl auch auf den Sperrmüll“, sagte er verschmitzt.

Hajo trug den Baum zu dem Haufen in der Hofecke, irgendwie konnte er ihn nicht loslassen. Nachdenklich drehte er ihn hin und her. Das war immerhin ein Weihnachtsbaum und kein alter Schirmständer. „Kann ich den mitnehmen? Vielleicht kann ich ihn für den Ruderclub brauchen.“

Hajo arbeitete im Ruderclub ehrenamtlich mit einer Kindergruppe. Eigentlich war der Club nur ein alter Bootsschuppen und ein verfallender Steg neben einem Yachtclub. Aber der Besitzer, Doktor Rinning, hatte Hajo erlaubt, den „Ruderclub“ für ein paar Stadtkinder zu starten und unterstützte das Projekt sogar. Hajo machte die Sache Spaß und er kam auf diese Weise an ein Ruderboot. Er liebte den Wind auf dem Wasser, den leicht modrigen Geruch nach Fischen und Algen. Das Gefühl, wenn acht Kinder in gleichmäßigem Rhythmus die Ruder durchzogen und das Boot vorwärts schoss, während er behutsam steuerte, war unvergleichlich.

„Kannst alles mitnehmen, was einer brauchen kann“, murmelte Herr Thiesbrummel, der gerade einen Schraubenzieher zwischen den Zähnen hatte.

So kam es, dass Hajo sich mitten im Mai mit einem Weihnachtsbaum über der Schulter auf den Heimweg machte. Die sperrigen Zweige streiften die duftenden Blüten eines Fliederbuschs, verwirrten zwei Zitronenfalter auf ihrem verliebten Flug, erschreckten ein Spatzenpärchen, das in einer Hecke brütete, und bekamen außer ihrem Gezwitscher auch einige Tropfen eines warmen Frühlingsregens ab. Kinder lachten und zeigten auf Hajo. In der Bahn runzelten ältere Damen die Stirn und achteten darauf, dass die Baumspitze ihnen nicht die Dauerwellen zerzauste.

Zuhause stellte Hajo den Weihnachtsbaum neben die Garderobe, in die dunkle Ecke hinter der Wohnungstür. Er stülpte einen alten Bettbezug darüber, damit die Zweige nicht so viel Platz brauchten und nicht einstaubten. Wenn die kleine Garderobe voll war, hängten Hajos Besucher auch schon mal ihre Jacken über den Baum. Meistens bemerkten sie den Irrtum gar nicht.

Aber seltsam: Wenn sie die Jacken wieder anzogen, wurde ihnen fröhlich zumute. Sie gingen hinaus in einen Regentag und fanden das Wetter plötzlich nicht mehr schlimm. Oder die nächste Prüfung kam ihnen gar nicht mehr so schwer vor. Manche dachten auch: „Was für ein netter Kerl der Hajo doch ist. Ich muss bald wiederkommen.“

Tatsächlich hatte Hajo, der gerade mit dem Studium anfing, in diesem Sommer ungewöhnlich viel Besuch.

Zum Geburtstag bekam er von seinen Eltern eine schön geschnitzte, größere Garderobe. „Dann kannst du das pieksige Ding da entsorgen“, sagte seine Mutter und zeigte mit dem Finger auf den Weihnachtsbaum, der in seinem Bettbezug aussah wie ein unglückliches Gespenst.

Hajo schulterte den Baum und trug ihn zum Ruderclub. Inzwischen war es einfach zu spät ihn wegzuwerfen. Und er hatte das Gefühl, das würde Herrn Thiesbrummel enttäuschen. Unterwegs streifte der Baum ein paar reifende Äpfel und schlug einem Mann eine Tüte Erdbeeren aus der Hand. Der Wind wehte ein paar frisch abgemähte Grashalme zwischen seine Zweige. Auch von dem Lachen der Kinder, die im See planschten, blieb etwas darin hängen und von der dicken, friedlichen Augustwärme, die über dem Land lag.

Schnaufend verstaute Hajo den Baum in einer Ecke zwischen einem alten Kajak und einer zerbrochenen Leiter. Dort blieb er stehen und niemand dachte mehr daran. Der August verging, der September kam mit Beeren und Birnen und Nüssen, dann der Oktober mit goldenen Blättern und Kürbissen.

Fast täglich war Hajo auf dem Wasser mit den Kindern, die zuhause nur Stadt um sich hatten, staubige enge Wohnungen und erschöpfte Eltern ohne Zeit. Da waren zum Beispiel die Zwillinge Paul und Kai, erst achtjährig, die den ganzen Weg zum See allein in der S-Bahn zurücklegten und meist nichts gegessen hatten außer Gummibärchen. Wenn sie wieder gingen, waren sie noch schmutziger, aber sie hatten Äpfel und ein Würstchen im Bauch, neue Muskeln an ihren dürren Oberarmen und trugen ein breites Lächeln. Da war der dicke Martin, der frech zu allen war und auch mal um sich trat, aber Hajo machte ihn zum Steuermann und plötzlich benahm er sich gut vor lauter Stolz, dass man ihm das zutraute. Da waren auch Kesja und Sabine, die beiden fast erwachsenen aber zierlichen und schüchternen Mädchen, die viel ausdauernder waren, als man glaubte. Sie schleppten sogar die schweren Boote und waren sich zum Putzen nicht zu schade; Hauptsache, sie konnten dem Wasser und dem Himmel nahe sein.

Im November mussten sie die Boote sauber im Schuppen verstauen. Trotzdem traf sich die kleine Gruppe mindestens einmal in der Woche. Sie machten Spiele und ein paar Trockenübungen, reparierten zerbrochene Rudergabeln, aßen mitgebrachten Kuchen, planten neue Paddelabenteuer, und manchmal half Hajo bei Hausaufgaben, während Kesja und Sabine mit unbeholfenen Stichen Flicken auf Kais Hosen nähten. In diesem Winter war es aus irgendeinem geheimnisvollen Grunde besonders gemütlich im Bootsschuppen.

Im Dezember schmückten sie die Wände mit Tannenzweigen und sangen Weihnachtslieder zu Hajos Gitarrenspiel. Einmal, als Hajo abends das Licht ausmachen wollte, zuckte er zusammen. Ihm war, als hätte er ein vertrautes Räuspern gehört. Herr Thiesbrummel! Doch da war natürlich niemand. Aber das vermeintliche Geräusch war aus der Ecke gekommen, in der Herrn Thiesbrummels künstlicher Weihnachtsbaum stand. Und der fiel Hajo auf diese Weise wieder ein. Darum klopfte er, ehe er sich auf den Heimweg machte, am Clubhaus des Yachtclubs nebenan. „Herr Doktor Rinning?“, rief er.

Der steckte mit jovialem Lächeln den Kopf aus der Tür. „Was gibt’s? Probleme?“

 
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Wie Heinz, das Wichtelmännchen, mit den Tieren des Waldes den Weihnachtsmann überraschte
© Ingrid Linnenberger

 
Und wieder ist die schöne Weihnachtszeit gekommen. Im Wald ist eine seltsame und geheimnisvolle Stimmung zu spüren. Alle Tiere des Waldes sind nett zueinander und freuen sich auf das Weihnachtsfest. Es liegt Schnee, der in der Sonne glitzert.

Heinz, das Wichtelmännchen, wohnt in einer versteckten Höhle unter der Erde zwischen zwei großen Tannen. Er lebt schon lange hier, fühlt sich recht wohl und er kennt den Wald wie seine Westentasche. Als er an diesem Morgen seine Tür öffnen will, um nach dem Wetter zu sehen, muss er sich sehr anstrengen. Er drückt und stemmt sich mit seinem Gewicht gegen die Tür. Die ganze Nacht hat es geschneit. Vor der Eingangstür liegt eine Menge Schnee. Endlich hat er es geschafft. Die Tür ist auf und er atmet tief die klare Winterluft ein.

„Einen schönen guten Morgen, Heinz!“, ruft Eichhörnchen Willi hoch oben von der Tanne. „Ich habe Neuigkeiten! Heute Morgen, als es hell wurde, war Reni hier; eines der Rentiere vom Weihnachtsmann. Er hat mir erzählt, dass der Weihnachtsmann heute Abend hier vorbeikommt. Er wird mit seinem Schlitten durch unseren Wald fahren, um den Kindern die Geschenke zu bringen!“

Das Wichtelmännchen schaut zu Willi hoch. „Guten Morgen Willi! Was sagst du da? Der Weihnachtsmann soll durch unseren Wald kommen? Dann müssen wir doch allen Bescheid sagen und den Weihnachtsmann willkommen heißen!“

Willi springt von Ast zu Ast von dem Baum herunter, bleibt vor Heinz stehen und sagt dann: „Ich muss unseren Waldbewohnern die freudige Mitteilung überbringen und dann müssen wir überlegen, wie wir den Weihnachtsmann begrüßen wollen.“ Das Eichhörnchen ist sehr aufgeregt. Das Wichtelmännchen gibt Willi den Auftrag, allen Tieren des Waldes mitzuteilen, sie sollen am Mittag zur Waldlichtung kommen. Schließlich ist es eine Sensation, dass der Weihnachtsmann durch ihren Wald kommen wird. Es müssten einige Vorbereitungen getroffen werden.

Willi springt sofort los und informiert alle Tiere. Das Wichtelmännchen geht zurück in seine Wohnung, zündet das Feuer im Kamin an und setzt Wasser auf für eine gute Tasse Tee. Dann nimmt es seine Pfeife steckt sie an und zieht genüsslich daran. Plötzlich klopft es heftig gegen die Tür. Heinz, der sich gerade in seinen Schaukelstuhl setzen wollte, geht leicht verärgert zur Tür und öffnet sie.

Roland, das Kaninchen stürmt in das Zimmer. „Ist das wahr? Kommt der Weihnachtsmann durch unseren Wald? Ich bin ja so aufgeregt, der Weihnachtsmann … Das wird mein schönstes Weihnachtsfest!“ Schnell wärmt sich Roland seine Pfoten am Kamin und verschwindet wieder. Das Wichtelmännchen schüttelt den Kopf.

Das Männlein geht zum Herd und gießt den Tee auf. Er nimmt die Tasse und will zum Schaukelstuhl, als es wieder laut klopft. Heinz stellt die Tasse auf den Tisch und macht die Tür auf. „Jetzt wissen alle bescheid. Wir treffen uns alle auf der Lichtung, wenn es Mittag ist. Hast du auch eine Tasse Tee für mich? Mir ist so kalt!“ Das Eichhörnchen wärmt sich am Kamin seinen langen buschigen Schwanz.

Das Wichtelmännchen reicht Willi eine Tasse Tee und sagt: „Wir haben nicht viel Zeit. Jeder muss mithelfen. Wir werden den Wald schmücken und Weihnachtslieder singen.“

Das Eichhörnchen und das Wichtelmännchen machen Pläne, um den Weihnachtsmann zu überraschen. Am Mittag machen sie sich gemeinsam auf den Weg zur Lichtung. Alle Tiere sind schon versammelt und reden wild durcheinander. Rehe, Kaninchen, Wölfe, Eichhörnchen, Eulen, Füchse, Mäuse und die Vögel … alle sind gekommen, um dem Weihnachtsmann zu überraschen. Alle wollen helfen, den Wald zu schmücken und festlich zu gestalten.

Das Wichtelmännchen stellt sich auf einen Baumstumpf und Willi ruft: „Ruhe! Jetzt seid mal alle still!“ Heinz räuspert sich und beginnt: „Wie ihr wisst, ist heute ein besonderer Tag. Der Weihnachtsmann kommt in unseren Wald. Deshalb wollen wir die Bäume entlang des Waldweges festlich schmücken und wir werden zusammen Weihnachtslieder singen. Der Weihnachtsmann wird mit seinem Schlitten und den Rentieren unterwegs sein, um den Kindern ihre Geschenke zu bringen. Er wird es wohl eilig haben. Aber er soll unseren Wald in guter Erinnerung behalten und darum werden wir ihn königlich empfangen!“

Alle Tiere jubeln und stimmen Heinz zu.

Nun werden die Aufgaben verteilt. Alle Vögel, Eichhörnchen und Eulen werden die Baumwipfel schmücken und alle anderen Tiere den restlichen Teil der Bäume und den Waldboden. Das Wichtelmännchen hat die große Aufgabe, alles zu überwachen und zu kontrollieren.

Dann beginnt das geschäftige Treiben. Im Wald ist es unruhig und laut: ein Flattern, Piepsen, Trampeln, Rufen, Kichern, Schreien, Röhren und Jaulen ist meilenweit zu hören. Alle geben sich große Mühe und beeilen sich.

Heinz, das Wichtelmännchen hat alles unter Kontrolle und ist mit der Arbeit sehr zufrieden. Dann wird es allmählich dunkel. „Ich bin begeistert, Das sieht so festlich aus. Jetzt noch die letzten Lichter an und dann fertig! Wir müssen noch die Weihnachtslieder üben. Wir treffen uns in einer Stunde auf der Lichtung!“ Heinz stimmt schon mal ein Weihnachtslied an und läuft mit seinen kurzen Beinen zur Lichtung.

Auch die Tiere sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. Ruhig und still treffen sie auf der Lichtung ein. Alle haben so ein Kribbeln im Bauch, so ein eigenartiges Gefühl … es ist Weihnachten und der Weihnachtsmann wird bald kommen!

Das Wichtelmännchen bittet um Ruhe und sagt: „Ich bin sehr zufrieden! Ihr habt sehr gute Arbeit geleistet. Wir werden nun noch die Weihnachtslieder singen und dann kann der Weihnachtsmann kommen!“

Alle singen mit und es klingt sehr schön. So schön haben sie noch nie zusammen gesungen und einigen kamen sogar die Tränen.

Dann verteilen sich die Tiere entlang des Weges und warten. Es ist dunkel geworden und der Waldweg leuchtet in seiner ganzen Pracht. Der Schnee glitzert und die Sterne funkeln am Himmel. Alle sind still und sind in festlicher Stimmung. Da wird die Stille jäh unterbrochen: „Der Weihnachtsmann kommt! Ich sehe ihn! Ihr müsst singen!“ Willi hüpft auf dem Ast hin und her, zeigt in die Richtung des Waldweges und kommt dann schnell vom Baum hinunter.

Das Wichtelmännchen gibt den Einsatz zum Singen und alle Tiere beginnen. Alles ist still im Wald und nur das Singen der Weihnachtslieder ist zu hören. Der Waldweg erstrahlt in einem festlichen Licht und die Tiere sind in feierlicher Stimmung. Dann ist es soweit. Sie hören ein wunderbares Glockengeläut. Der Weihnachtsmann fährt mit seinem Schlitten bewusst langsamer auf dem Waldweg entlang und bewundert die weihnachtliche Pracht. Er hört den Waldtieren beim Singen zu und beginnt dann laut mitzusingen.

Er winkt er den Tieren zu und mit einem lauten „Ho, ho!“ ist der Schlitten in der Dunkelheit verschwunden. Noch immer stehen alle wie angewurzelt da und sind überwältigt. Doch bald sind alle wieder putzmunter und jeder will dem anderen mitteilen, wie er dieses Ereignis empfunden hat. Jetzt wollen sie wie jedes Jahr das Weihnachtsfest auf der Lichtung feiern.

Nach und nach treffen sie dort ein. Für die Tiere und auch das Wichtelmännchen ist es ein ganz besonderes Weihnachtsfest, schließlich bekommt man nicht alle Tage den Weihnachtsmann zu sehen. Fröhlich feiern sie bis tief in die Nacht.

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Stefan Pölt: Weihnachtsmarkt

lustiges Weihnachtsgedicht – Stefan Pölt – Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt
© Stefan Pölt

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit
ist es wieder mal so weit.
Dann verspürn wir ’nen verstärkten
Drang hin zu den Weihnachtsmärkten.

Dicke Stiefel, warme Mützen
solln uns vor der Kälte schützen
denn wir wolln uns beim Flanieren
schließlich nicht den Arsch abfrieren.

Wie wir durch die Stände laufen
letzte Notgeschenke kaufen
liegt der süße Glühweinduft
recht verlockend in der Luft.

Heißer Glühwein wärmt so gut
mischt sich auch sofort ins Blut.
Darum gibt’s bekanntermaßen
hier die meisten roten Nasen.

Nach der ersten, zweiten Tasse
schmeckt das Zeug noch richtig klasse
und man hört uns Lieder singen
die nicht grad‘ nach Weihnacht klingen.

Nach dem dritten, vierten Becher
mehren sich dann die Versprecher.
Und der Widerspenst’gen Zähmung
scheitert an der Zungenlähmung.

Nach dem fünften, sechsten Schoppen
kann uns schließlich nichts mehr stoppen
als wir zu der Bude schwanken
um noch „Super“ nachzutanken.

Wie wir durch die Stände tingeln
hör ich schon die Glöckchen klingeln
und mein Hirn dreht sich so schnell
wie ein Ketten-Karussell.

Mir erscheint der Nikolaus
der bei tosendem Applaus
mitten auf dem Weihnachtsmarkt
seinen Rentierschlitten parkt.

Tja, ihr Kinder, seht mal an
wie ein ausgewachsner Mann
seines klar’n Verstands beraubt
noch an Weihnachtsmänner glaubt.

Noch mehr Weihnachtsgedichte
Copyrighthinweis: Dieses Gedicht entstammt der Seite Weihnachtsgedichte Weihnachtsmarkt von Stefan Pölt

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witziges Weihnachtsgedicht – Weihnachtsmarktbetrachtungen – Harald Herrmann

Weihnachtsmarktbetrachtungen
© Harald Herrmann

So gesehen und gedacht,
Einstimmung zur Heilgen Nacht

Der Nikolaus schwingt seine Rute,
Papa steht an der Glühweinbude.
Mama labt sich an Paranüssen,
klein Anna möchte jeden küssen
mit Zuckerwatte an den Lippen.
Derweil hat bei den Weihnachtskrippen
Klaus-Uwe alles umgestellt
so dass ein manches Teil schon fehlt.
Das Töchterchen knutscht ungeniert
den Nachbarssohn, der sich noch ziert.
Papa muss man nach Glühwein sieben
gewaltsam hin zum Auto schieben,
daran ein Zettel: Falsch geparkt
Überschrift – Der Weihnachtsmarkt.

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Es findet sich auf der Webseite Weihnachtsmarktbetrachtungen.

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Einige witzige Limericks von Harald Herrmann finden sich in dem Buch
Hundert haarige Limericks
Hundert haarige Limericks
Hrsg. Ronald Henss
Illustrationen Günter Bender

ISBN 978-3-939937-06-7

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Das goldene Weihnachts-eBook

eBook im epub-Format
ISBN 978-3-939937-77-7
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Weihnachtsmarkt – Gedicht – Weihnachtsgedicht – Weihnachtsmarktgedicht – Weihnachten – Advent

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Auf dem Weihnachtsmarkt
© Martina Decker

Kleine Buden stehen dicht an dicht
geschmückt mit reichlich Tannengrün
Und mittendrin in hellem Licht
erstrahlt ein Weihnachtsbaum so schön.

Stoffe – zart von Hand gewoben
Kerzen, Schmuck und Kinderkram
Alles das wird feilgeboten
Lockt so viele Menschen an.

Heißer Glühwein wärmt in Stunden
da der Frost gar heftig klirrt
Kinder drehen ihre Runden
auf dem Karussell ganz unbeirrt.

Weiße Flocken tanzen in der Luft
Der Winterzauber ist perfekt
denn neben Zimt- und Glühweinduft
ist nun die Erde weiß bedeckt.

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Eine Weihnachtsgeschichte und ein Weihnachtsgedicht von Martina Decker findet sich auch in den folgenden Büchern

Weihnachtsgedichte
Weihnachtsgedichte
Hrsg. Claudia Sperlich

Weihnachten Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten
und Weihnachtsgedichte
Hrsg. Ronald Henss

Bartwurst auf dem Weihnachtsmarkt
© Wiebke Dickfeld

Die Nacht hatte sich über die Stadt gelegt, alle Straßen schliefen im fahlen Mondlicht unter einer Schneedecke. Kalter Wind zog seine Runden um die Häuser und es waren nur noch wenige Menschen, die sich ihren Weg durch die vom Himmel fallenden Flocken suchten. Ein Platz war jedoch hell erleuchtet, Menschenmassen tummelten sich dort, mitten in der Stadt. Es war der Weihnachtsmarkt, der die Leute jedes Jahr von Neuem anzog, und niemand ließ es sich entgehen, einmal darüberzuschlendern. Trotz der Kälte bestaunten die Menschen jeden einzelnen Stand, genossen die herrlichen Düfte, die in der Luft lagen, und mit jedem Moment rückte Weihnachten ein wenig tiefer in die fast ausgekühlten Herzen.

Jener Tag war sehr anstrengend für Herrn Ernik gewesen. Seine Arbeit hatte ihn erschöpft und er wollte nur noch einmal kurz Luft schnappen nach der langen Zeit im Büro, nur schnell über den Weihnachtsmarkt gehen, vielleicht noch ein kleines Geschenk besorgen und eventuell eine Bratwurst essen. Herr Ernik drängte sich durch die Menge, auf der Suche nach einem interessanten Stand, und bereute schon, hergekommen zu sein. War sein Tag doch auch ohne diese Menschenmasse betäubend genug gewesen. Der herrliche Geruch führte ihn schließlich zum Bratwurststand, wo er sich einreihte und in seinem Portemonnaie nach zwei Euro kramte.

Als Herr Ernik die Münze endlich gefunden hatte, wurde er von hinten angerempelt. Mit leisem Klimpern fiel das Geldstück zu Boden. Mit einer unfreundlichen Bemerkung herrschte er die junge Frau hinter sich an. Er bückte sich und suchte den nassen und schmutzigen Boden ab, bis sein Blick auf den Mann fiel, der unmittelbar vor ihm stand. Der Mann war nicht sehr groß, alt, trug dreckige, zerrissene Kleider und hielt drei Plastiktüten, in denen sein gesamtes Hab und Gut verstaut war. „Ein ganz normaler Obdachloser“, kam es Herrn Ernik in den Sinn, doch etwas verwunderte ihn: Der Mann lächelte, nein, er lächelte nicht nur, er strahlte über das ganze Gesicht. Der Alte bückte sich, hob die zwei Euro auf. Er drehte und wendete das Geldstück, als wäre es etwas ganz Besonderes.

„Entschuldigung, aber die zwei Euro gehören mir.“ Herr Ernik hatte sich gefasst und keine Zeit, sich von einem Obdachlosen aufhalten zu lassen.

Der alte Mann machte keine Anstalten, das Geldstück zurückzugeben.

Herr Ernik wurde ungeduldig. Es war kalt und er wollte so schnell wie möglich nach Hause.

Der Alte aber hatte keine Eile, es gab nichts, was ihn drängte.

„Geben Sie mir jetzt bitte das Geld!“ Herr Ernik wurde wütend, der Obdachlose wollte ihn bestimmt provozieren und dafür hatte er jetzt wirklich keinen Nerv. Er setzte zum Kampf an: „Finden Sie das lustig, was Sie da machen? Ist das so eine neue Art des Bettelns? Also wirklich; ich möchte jetzt die zwei Euro haben, sie gehören mir, ich habe sie mir ehrlich verdient! Und ich habe nicht so unbegrenzt viel Geld, dass ich es einfach wegschmeißen könnte.“

Der Blick des alten Mannes ruhte auf Herrn Ernik, sein Lächeln blieb unverändert. Er setzte zum Sprechen an. „Die Menschen“, sagte er, „sind blind geworden, ihre Ohren taub und ihre Münder wurden zu Maschinen.“

Herr Ernik starrte den Alten an. Er begriff nicht, worauf er hinauswollte. „Ich verstehe nicht, was Sie meinen, aber wissen Sie, ich habe keine Zeit, mir irgendwelche Storys anzuhören, wissen Sie, ich habe Kinder, meine Frau wartet sicher auf mich zu Hause. Und in dieser chaotischen Weihnachtszeit sind wir sowieso nur im Stress. Ich habe noch keinen Urlaub. Und Weihnachtsgeschenke auch nicht. Und alles geht drunter und drüber. Jetzt geben Sie mir endlich mein Geld!“ Herr Ernik war zufrieden, er hatte seine Meinung gesagt. „Aber“, fügte er noch etwas gehässig hinzu, „Sie wissen ja gar nicht, wie das ist. Tja, da kann man nix machen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die Bettlern gerne etwas geben. Und wissen Sie auch, warum? Weil sie an ihrem Unglück selbst schuld sind.“

Der alte Mann schien nicht überrascht, wie Herr Ernik erwartet hatte, ganz im Gegenteil, er strahlte noch breiter als zuvor. „Ich bin um einiges reicher als Sie, da bin ich mir sicher …“ Mit einer Handbewegung brachte er Herrn Ernik dazu, nicht zu widersprechen. „Nicht, dass ich mehr Geld hätte. Nein, gewiss nicht, aber ich habe etwas Kostbareres. Etwas, das viele Menschen nicht würdigen, nicht verstehen.“

„Was meinen Sie?“, warf Herr Ernik ein.

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Die vollständige Geschichte findet sich in dem Buch
Weihnachtsgeschichten Band 2
Weihnachtsgeschichten
Band 2
ISBN 978-3-939937-03-6

Das Buch
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In einer Gemeinschaftsaktion der BZ Berliner Zeitung und dem Dr. Ronald Henss Verlag wurde diese Geschichte von der Schauspielerin Anna Loos gelesen. Die Hörbuch-CD wurde 2008 kostenlos an die Leser der Berliner Zeitung verteilt. Sie ist beim Dr. Ronald Henss Verlag als kostenlose Zugabe zu dem Buch erhältlich.
Hier gibt es Informationen zur Bestellung.

Berliner Prominente lesen Weihnachtsgeschichten

Weihnachtsgedicht – Gottfried Keller – Weihnachtsmarkt – Weihnachten – Adventsgedicht

Weihnachtsmarkt
Gottfried Keller (1819 -1890)

Welch lustiger Wald um das graue Schloss
Hat sich zusammengefunden,
Ein grünes bewegliches Nadelgehölz,
Von keiner Wurzel gebunden!

Anstatt der warmen Sonne scheint
Das Rauschgold durch die Wipfel;
Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,
Das Räuchlein zieht um die Gipfel.

Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
Das Volk erfüllet die Räume;
Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,
Die fällen am frohsten die Bäume.

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
Zu überreichen Geschenken,
Der andre einen gewaltigen Strauch,
Drei Nüsse daran zu henken.

Dort feilscht um ein verkrüppeltes Reis
Ein Weib mit scharfen Waffen:
Der dünne Silberling soll zugleich
Den Baum und die Früchte verschaffen!

Mit glühender Nase schleppt der Lakai
Die schwere Tanne von hinnen,
Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach,
Zu ersteigen die grünen Zinnen.

Und kommt die Nacht, so singt der Wald
Und wiegt sich im Gaslichtscheine;
Bang führt die arme Mutter ihr Kind
Vorüber dem Zauberhaine.

Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
Im düstern Bergesbanne
Stand eisbezuckert auf dem Granit
Die alte Wettertanne.

Und zwischen den Ästen waren schön
Die Sterne aufgegangen,
Am untersten Ast sah ich entsetzt
Die alte Schmidtin hangen.

Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
Das festlich still verkläret;
Weil sie auf der Welt sonst nichts besaß,
Hatte sie sich selbst bescheret.

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Buchtipp:
Gottfried Keller
Die Leute von Seldwyla
Erster und zweiter Band
Diogenes Verlag

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eBook-Tipp

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